Erleben Sie die Inkarnation Eppeleins von Gailingen heute!

Bei unserem Original Rittermahl herrscht 5 Stunden echte Bombenstimmung !
Dafür sorgt die Reinkarnation des Ritter Eppelein von Gailingen...

Händewaschen am Brunnen - Fassanstich vom Mundschenk - Ritterschlag mit dem Schwert - Ritterlieder, gesungen von den Jungfern, Damen und Junkern - Gastmahl-Spruch -Wegezoll der Schatzmeister - Feuerspeien - Zaubern und und und .... mit viel Witz und Gesang !

Und Erhebung in den edlen Damen- bzw. Ritterstand mit Urkunde
 

Ritter Egkelein Geyling


Ritter Eppelein von GeilingenDas niedere Rittergeschlecht der 'Geylinge' oder 'Geilinge' stammt aus der Windsheimer Bucht in unserem heutigen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, etwa 10 km von Uffenheim entfernt. Der Familienname mittelhochdeutsch 'geil' steht ursprünglich für 'fröhliche Tapferkeit' oder Üppigkeit.
1311 wird vermutlich in Illesheim unweit der freien Reichsstadt Windsheim Egkelein Geyling geboren. In den Zeiten des Umbruchs vom mittelalterlichen Feudal- oder Lehenssystem zum Territorialfürstentum ist Egkelein von der Gunst der mächtigen Edlen von Hohenlohe abhängig. Zur Sicherung seines Lebensunterhalts als Ritter ist er auf seine Kleinlehen angewiesen. Dem durch Handel und Gewerbe reich gewordenen und expandierenden 'Heiligen Römischen Reiches Schatzkästlein', der Reichsstadt Nürnberg steht das auf Naturalwirtschaft basierende und an steter Geldknappheit leidende Klein- und Kleinstrittertum (übrigens besaßen die Geylinge kein Adlesprädikat 'von') gegenüber, das vor der Wahl steht, die traditionelle Finanzierung des Berufkriegers mit seinen teuren Waffen durch Grundherrschaft auf Kosten der nicht Waffentragenden zu erzwingen oder sich als neuer Stadtadel in der Stadt zu integrieren. Egkelein sucht 1369 im Alter von 58 Jahren ersteren Weg. Er wird geächtet und verliert im selben Jahr seine Burg Wald bei Gunzenhausen und lebenswichtige Wirtschaftsgüter an den hohenzoller'schen Burggrafen von Nürnberg. Ein Übereinkommen zwischen den mächtigen Häusern Hohenlohe und Hohenzollern macht ihn vollends zum vogelfreien Bauernopfer. Ab 1377, nun mittlerweile 66 Jahre alt, steht er allein mit seinen Getreuen gegen die Zeitläufte in einem letzlich hoffnungslosen Kampf gegen Nürnberg als größter Wirtschaftsmacht im mitteleuropäischen Raum und ohne Schutz eines mächtigen Lehensherrn. Nur seiner Intelligenz, seinem Mut und Witz ist es zu verdanken, daß er bis 1381 dem Nürnberger Burggrafen und Patriziat erfolgreich trotzen kann, bis er nach einer Denunzierung 1381 als 70jähriger in Neumarkt im Auftrag der Nürnberger gerädert wird.

Eppelein von Geilingen im Gefängnis, KupferstichDie üblichen Kosten für Ergreifung und langwierige wie grausame Hinrichtung blieben der Delinquent bzw. seine Familie allerdings den äschern und ihren Auftraggebern schuldig...

Egkelein Geyling war keine fränkische 'Till Eulenspiegel' Ausgabe, sondern eine tragische Figur, die in einer revolutionären Zeit des Umbruchs auf den mittelalterlichen Vorstellungen der Grund-und Feudalherrschaft mit ihrem gegenseitigen Treueverhältnis beharrte. Im Volk, das einerseits durch die Propaganda der Mächtigen beeinflußt wurde, welche Egkelein bestensfalls als üblen Strauchritter verdammte, wurde er jedoch in heimlicher Bewunderung bald zur Legende des 'Eppelein von Gailingen' - zum fränkischen Robin Hood mit teils übernatürlichen Kräften ausgestattet, der es den Reichen 'zeigte' - ein bis ins 19. Jahrhundert hineinreichendes Korrektiv im Wunschdenken der unterprivilegierten Bevölkerung unseres Frankenlandes. Sein Leben wurde ausgeschmückt, wobei die bekannteste Geschichte vom Befreiungssprung von Roß und Reiter über die Nürnberger Festungsmauer und Graben handelt. Letzterer mag freilich ursprünglich nicht gar so breit gewesen sein. Die Festung wurde fünf Jahrzehnte nach Egkeleins Hinrichtung zerstört. Wall und Graben wurden später neu und 'sprungsicher' angelegt ...

Martin Nicoly, Scheinfeld
 

Eppelein von Geilingen

Sie haben ihn gefangen
mit Spießen und mit Stangen,
von Geilingen, den Eppelein.
Das war ein Jubeln und ein Schrei'n!
Die ganze Stadt war toll und voll,
und was an Gift und was an Groll
man schon seit Jahr und Tagen
geheim in sich getragen,
das machte sich gewaltsam Luft:
der Erzhalunk, der Schelm, der Schuft!
Kein Schmähruf wurde ihm geschenkt;
denn morgen wird er ja gehenkt.

Nun, da man ihn gefangen,
braucht keiner mehr zu bangen,
daß, wenn er auf den Strauchdieb schilt,
der Eppelein ihm das vergilt,
und eh' sich einer des versieht,
ihm etwas um die Ohren zieht,
der gottverlass'ne Räuber!
Die Männer wurden Weiber,
sprach einer nur den Namen aus.
Nun wagt man wieder sich heraus,
und selbst die Mädel wurden kühn:
Heidi, heida, wir haben ihn!

Indes in schweren Sorgen
der Ritter schaut den Morgen.
Noch eine Bitte schenkt ihr mir?
Wohlan, so bringt mein treues Tier!
Bringt mir mein Roß zum letzten Ritt!
Es geht so einen sanften Schritt.
Zum Galgen soll's mich tragen,
ihr düffit mir's nicht versagen.
Ihr fürchtet doch nicht gar Gefahr,
ich bin ja aller Waffen bar!
Da mußten sie zu Willen sein
von Geilingen, dem Eppelein.
Sie rückten an den Kappen
und zäumten ihm den Rappen.
Sie banden.fest den starken Mann.
Hinaus zum Zwinger ging es dann.
Die Gaffer waren dichtgedrängt.
Die Alten schrien: "Hängt ihn, hängt
den argen Leuteschinder!"
Und selbst die kleinen Kinder,
sie höhnten: "Eppel - Eppelin!"
und drehten Nasen nach ihm hin,
wo der Gefangne finsterblaß
auf seinem schwarzen Renner saß.

Er saß in stiller Lauer,
und wo die Außenmauer
steilrecht zum Graben fiel hinab,
er seinem Hengst die Sporen gab.
Ein Hurrahopp - Stoß rechts, Stoß links
quer durch die Lanzenreihen ging's,
und hoch trotz voller Rüstung
zwang er die Mauerbrüstung.
Die Wellen klatschten über ihn,
die Städter rannten her und hin;
doch eh' sie kamen an den Rand,
er schon auf Nimmersehn verschwand.

Das Stücklein hat von allen
mir immer gut gefallen.
Gar herzlich hab ich stets gelacht,
wenn ich des Eppelein gedacht.
Und war er auch ein Schnapphahn bloß,
als kecker Reiter war er groß,
der ohne langes Zagen
den rechten Sprung tat wagen.
Zur rechten Zeit ein scharfer Sporn!
Es geht kein Reitersmann verlor'n,
wenn unter ihm ein Rößlein schnaubt
und er noch an sich selber glaubt.

Ernst Weber



 
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