
E r l e b e n . S i e
. d i e. E s s k u l
t u r . d e s . M i t
t e l a l t e r s
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Ritter Egkelein Geyling Das niedere
Rittergeschlecht der 'Geylinge' oder 'Geilinge' stammt aus der Windsheimer
Bucht in unserem heutigen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, etwa 10 km
von Uffenheim entfernt. Der Familienname mittelhochdeutsch 'geil' steht
ursprünglich für 'fröhliche Tapferkeit' oder Üppigkeit.
Die üblichen Kosten für Ergreifung und langwierige wie grausame Hinrichtung blieben der Delinquent bzw. seine Familie allerdings den Häschern und ihren Auftraggebern schuldig... Egkelein Geyling
war keine fränkische 'Till Eulenspiegel' Ausgabe, sondern eine tragische
Figur, die in einer revolutionären Zeit des Umbruchs auf den
mittelalterlichen Vorstellungen der Grund-und Feudalherrschaft mit ihrem
gegenseitigen Treueverhältnis beharrte. Im Volk, das einerseits durch die
Propaganda der Mächtigen beeinflußt wurde, welche Egkelein
bestensfalls als üblen Strauchritter verdammte, wurde er jedoch in
heimlicher Bewunderung bald zur Legende des 'Eppelein von Gailingen' - zum
fränkischen Robin Hood mit teils übernatürlichen Kräften
ausgestattet, der es den Reichen 'zeigte' - ein bis ins 19. Jahrhundert
hineinreichendes Korrektiv im Wunschdenken der unterprivilegierten
Bevölkerung unseres Frankenlandes. Sein Leben wurde ausgeschmückt,
wobei die bekannteste Geschichte vom Befreiungssprung von Roß und Reiter
über die Nürnberger Festungsmauer und Graben handelt. Letzterer mag
freilich ursprünglich nicht gar so breit gewesen sein. Die Festung wurde
fünf Jahrzehnte nach Egkeleins Hinrichtung zerstört. Wall und Graben
wurden später neu und 'sprungsicher' angelegt ... |